Deutsche Stromnetze
Nachricht vom 28.10.2010Damit der regenerativ erzeugte Strom, der wahrscheinlich eher an den Küsten Deutschlands entstehen wird, auch in die Netze der Verbraucher gelangt, sind neue Stromnetze von Noten. Dabei dreht es sich laut Zahlen der staatlichen Deutschen Energie-Agentur um 3500 Kilometer Hochspannungsleitungen. Diese werden sechs Milliarden Euro kosten, was sich auch auf den Strompreis auswirkt, den die Verbraucher für ihren Strom zahlen müssen.
Strom in Norwegen speichern
Entscheidend ist für die Kosten aber auch, die stark das deutsche Stromnetz am Ende mit den europäischen Stromnetzen verknüpft ist. Eine Möglichkeit wäre zum Beispiel, mit Skandinavien zusammenzuarbeiten. Wenn die Windräder an der deutschen Küste dann einmal zu viel Strom produzieren würden, könnte diese Energie einfach nach Norwegen abtransportiert und dort gespeichert werden. Dazu müssten aus den dortigen Wasserkraftwerken nur Pumpspeicherkraftwerke werden. Und der Netzausbau in diese Richtung hätte dann auch einige Neuheiten nötig. Denn bis jetzt sind nur Stromnetze mit einer gemeinsamen Kapazität von vier Gigawatt geplant. Bis 2020 werden aber Netze gebraucht, die zehn Gigawatt transportieren können. Obwohl auch hier Kosten auf die Leute zukommen, sprechen Wissenschaftler von einem langfristig positiven Effekt: Je intensiver der Stromaustausch, desto billiger ist auch der Strom für die Kunden.
Prägender Satz vom Nobelpreisträger
Die Diskussion über die Energie dreht sich also nicht nur um Möglichkeiten und Finanzen, sondern auch um unterschiedliche Weltanschauungen. Wie viel sollte die saubere Energie wert sein und zu welchem Preis spielt vor allem die Gesellschaft mit? Die Welt ist prinzipiell dazu bereit, den Klimawandel abzuschwächen, das steht fest. Vielleicht gilt aber auch der Satz von Hermann Scheer, dem kürzlich verstorbenen Träger des Alternativen Nobelpreises. Er schrieb in seinem Buch „Energieautonomie“: „Eine Energiediskussion, die der Gesellschaft unter Ignorierung aller vorhandenen und absehbaren Energieprobleme einhämmert, nichts sei wichtiger als der aktuelle Energiepreis, ist fatal“.
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