Netze zu schwach für grüne Energie
Nachricht vom 1.11.2010Energie bewegt die Republik. Die Preise steigen, die Laufzeiten der Atomkraftwerke werden trotz Protesten verlängert und Fachleute warnen davor, der grünen Stromerzeugung die Lösung aller Probleme zuzuschreiben. Denn die Energieversorgung ist im Umbruch. Und eine hochkomplexe Materie.
Harte Kritik für Atomstrom als Brücke
Verbraucherschützer und kommunale Versorger stoßen ins gleiche Horn. Das ist eher selten. Doch beim Thema Atomkraft sind sich die Gruppen einig: „Atomkraft ist keine Brücke, sondern eine Sackgasse“. Der Chef der Verbraucherzentrale des Bundesverbands (vzbv), Gerd Billen, machte noch weitere, schwerwiegende Aussagen um das Thema Atomstrom: „Längere Laufzeiten von Atomkraftwerken bringen keine Preisvorteile für Verbraucher, blockieren Modernisierungen und bergen Risiken für die Allgemeinheit“.
Und auch Kurt Mühlhäuser, der Vorsitzende der Landesgruppe Bayern des Verbands Kommunaler Unternehmen geißelt die Laufzeitverlängerungen: „Das ist keine Brücke zu mehr erneuerbaren Energie, sondern ein Rückschritt“. Die Marktkraft der vier großen Kernkraftwerke-Betreiber EnBW, E.on, RWE und Vattenfall wird laut Herbert Dombrowsky, dem Chef der Nürnberger N-Ergie AG, zementiert. Schon heute steht das mächtige Quartett für rund vier Fünftel der deutschen Stromerzeugung. Und auch der Wettbewerb hat kaum Chancen. Doch ausgerechnet den will die Bundesregierung vorantreiben.
Ausgebremster Wettbewerb
Die Bundesregierung gibt vor, den Wettbewerb vorantreiben zu wollen. Nur steht ihr Energiekonzept bei näherem Hinsehen genau dagegen, findet Florian Haslauer, von der Beratungsfirma A.T. Kearney. Das Konzept der Regierung würde sich nur in einem regulierten System umwetzen lassen, was aber den „Abschied vom Wettbewerb“.
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