Anstieg des Energieverbrauchs erwartet
Nachricht vom 3.11.2010Berlin/Köln – Der Energieverbrauch in Deutschland für 2010 steigt auf Grund der starken konjunkturellen Erholung und der Kälteperiode zum Jahresanfang deutlich an. Die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AG Energiebilanzen) erwartet in ihren ersten Prognosen für das Gesamtjahr einen Anstieg des Primärenergieverbrauchs um knapp 4 Prozent. Das entspricht voraussichtlich 13.900 Petajoul (PJ) oder 475 Millionen Tonnen Steinkohleneinheiten (Mio. t SKE).
Die geschätzte Zunahme des Energieverbrauchs liegt 2010 deutlich über dem erwarteten Wirtschaftswachstum von bis zu 3,5 Prozent. Die konjunkturelle Erholung wird deshalb wohl in starkem Maße von den energieintensiven Industriebranchen getragen werden. Davon geht derzeit die AG Energiebilanzen aus.
Zuwachs der CO2-Emissionen
Da sich beim Energiemix 2010 nur geringfügige Änderungen zugunsten der CO2-armenEnergieträger ergeben haben, wird der erhöhte Energieverbrauch sich negativ auf den Gesamt-CO2-Ausstoß auswirken. Etwa zwei Drittel des Verbrauchszuwachses entfallen auf kohlenstoffhaltige Energieträger. Man rechnet daher mit einem Zuwachs der CO2-Emissionen von rund 4 Prozent.
Der Verbrauch der Primärenergieträger stieg bereits in den ersten neun Monaten des Jahres um 4,1 Prozent auf 10.216 PJ, was etwa 349 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten (Mio. t SKE) entspricht. Dies geht aus aktuellen Berechnungen der AG Energiebilanzen hervor.
Um gut 1 Prozent verringerte sich dagegen der Verbrauch an Mineralöl auf 3.488 PJ (119 Mio. t. SKE). Ein preis- und vorratsbedingt geringer Heizölabsatz an die Verbraucher stand einer konjunkturbedingt erhöhte Nachfrage nach Rohbenzin und Flüssiggas aus der Industrie gegenüber. Eine Absatzminderung bei Ottokraftstoffen und ein erhöhter Dieselabsatz glichen sich bei den Kraftstoffen aus.
Der Verbrauch von Erdgas lag mit 2.137 PJ (72,9 Mio. t SKE) um 5 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Dabei wurden Zuwächse in allen Verbrauchsbereichen verzeichnet. Für die Stromerzeugung wurde im ersten Halbjahr überdurchschnittlich viel Erdgas verwendet.
Steinkohleverbrauch stark gestiegen
Der Steinkohleverbrauch stieg im Vergleich zum Vorjahr um 22,5 Prozent auf 1.278 PJ (43,6 Mio. t SKE). Sieben Prozent verteilen sich dabei auf die Stromerzeugung. Auch auf dem Wärmemarkt und in der inländischen Eisen- und Stahlindustrie wurde der Einsatz von Kohle gesteigert, bei letzterer um 37 Prozent. Bedingt durch den Nachfrageeinbruch des vergangenen Jahres muss bei der Entwicklung allerdings ein Basiseffekt berücksichtigt werden.
Während inländische Kernkraftwerke ihren Beitrag zum Primärenergieverbrauch um 5 Prozent steigerten (1.138 PJ; 38,8 Mio. t. SKE), lag die Steigerung der erneuerbaren Energien in den ersten 9 Monaten bei 6 Prozent auf 928 PJ (31,7 Mio. t. SKE). Der Gesamtanteil der erneuerbaren Energien am Primärenergieverbrauch stieg sogar auf 9,1 Prozent. Deutliche Zuwächse verzeichneten dabei vor allem Photovoltaik und Biogas.
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