Oettinger kritisiert Stromnetz-Privatisierung
Nachricht vom 8.11.2010Frankfurt/Main – EU-Energiekommissar Günther Oettinger kritisierte die Struktur der europäischen Stromnetze. Gegenüber der „Frankfurter Rundschau“ (Montagsausgabe) sagte er, dass ein einziger Eigentümer für die gesamte Energieinfrastruktur der Union besser wäre.
Mitglieder müssen verbunden werden
Oettinger bezeichnete die Privatisierung der Stromnetze als Fehler. Weiter sagte der EU-Energiekommissar der Zeitung: "Aus heutiger Sicht weiß ich nicht, ob das Unbundling der Netze eine gute Idee war, die uns in Deutschland vier verschiedene Netz-Eigentümer beschert hat. Ich glaube, dass in Frankreich oder Spanien, wo die nationale Energieinfrastruktur in der Hand eines einzigen Unternehmens ist, bessere Voraussetzungen existieren, um öffentliche Interessen beim notwendigen Ausbau zu berücksichtigen."
Um das europäische Stromnetz für regenerative Energien auszubauen, seien in den folgenden Jahren zahlreiche Investitionen notwendig, sagte Oettinger. So müssten auf dem Elektrizitätssektor Leitungen zwischen den Mitgliedsstaaten gebaut werden, um beispielsweise Spanien mit Frankreich und Deutschland zu verbinden.
Leitung des Stroms problematisch
Zurzeit, so Oettinger, sei es aber noch nicht einmal möglich Strom aus dem Elsass über die Grenze nach Baden-Württemberg zu bekommen. So nütze der Strom, der in Nordafrika aus Sonnenlicht erzeugt wird, genauso wenig, wie der aus Windenergie von der Nordseeküste. "Wir können beides nicht in die Metropolregionen bringen."
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