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Strom wird für jeden 2. Haushalt teurer

Nachricht vom 22.11.2010

München/Heidelberg – Über die Hälfte aller deutschen Haushalte muss sich im nächsten Jahr auf gestiegene Strompreise gefasst machen. Knapp 350 Versorger erhöhen am Dezember oder spätestens Januar die Preise für Strom. Durchschnittlich beträgt die Teuerung 7 Prozent, mancherorts sogar 14 Prozent.


Betroffen sind demnach 22 der 40 Millionen deutschen Haushalte. Die Versorger sind verpflichtet ihre Kunden spätestens sechs Wochen zuvor darüber zu informieren. Am kommenden Wochenende läuft diese Frist offiziell aus, bis dahin könnten also noch einige dazu kommen. Kleinere Anbieter hinken gelegentlich hinterher.


Solarboom sorgt für steigende Preise


Der Ausbau der Solarenergie in Deutschland ist der Grund für den massiven Preisanstieg. Ab Januar 2011 steigt die Ökostrom-Umlage (auch EEG-Umlage genannt) um 70 Prozent auf 3,5 Cent je Kilowattstunde. Für in das Netz eingespeisten Ökostrom erhält der Produzent eine Einspeisevergütung, die die Stromkunden über die EEG-Umlage finanzieren. Somit sorgt der Solarboom für den Preisanstieg.

Es gab keine vergleichbare Strompreiserhöhung seit der Liberalisierung der Strommärkte 1998. Laut Verivox erhöhten Anfang 2010, als die EEG-Umlage um 1 Cent stieg, 181 Anbieter die Preise - 70 senkten sie sogar. Bisher hat für 2011 kein Versorger eine Preissenkung angekündigt.

RWE und EnBW hatten bereits Preiserhöhungen bekannt gegeben. Am Freitag folgte der dritte Stromriese. Vattenfall verlangt ab Januar 9,9 Prozent mehr von seinen Stromkunden, unter anderem in Hamburg, Berlin und Ostdeutschland. Ob E.ON ebenfalls seine Preise anzieht, ist bislang noch unklar..


Preiserhöhung 2012 geringer geschätzt


Auf Grund der Förderung der erneuerbaren Energien, muss man derzeit davon ausgehen, dass auch 2012 die Preise für Strom wieder steigen. Das Plus werde aber voraussichtlich geringer ausfallen, als 2011, sagte ein Sprecher des Netzbetreibers Amprion gegenüber AFP. Er bezog sich auf die bereits am Montag im Internet veröffentlichten offiziellen Prognosen der vier großen deutschen Stromkonzerne.

Hier war zu lesen, dass sich 2012 die EEG-Umlage um maximal 0,9 Cent auf 4,4 Cent je Kilowattstunde erhöht. Das entspricht einem jährlichen Plus von 32 Euro, gerechnet für einen Haushalt mit 3.000 Kilowattstunden im Jahr. Der Amprion-Sprecher sagte aber auch, dass eine Senkung der EEG-Umlage um 0,1 Cent auf 3,4 Cent möglich sei. Die Entwicklung hängt von verschiedenen Faktoren ab. Entscheidend sei aber, wie viel Leistung aus erneuerbaren Energien im nächsten Jahr neu gebaut wird.

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Redaktion Stromvergleich.com: Gerhard Solter

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