Wie der Strom durchs Mittelmeer kommt
Nachricht vom 12.12.2010Paris – Um die Verlegung von Stromleitungen durch das Mittelmeer zu prüfen, haben 20 französische Firmen - nach dem Vorbild des Wüstenstromprojekts Desertec - die Gesellschaft Medgrid gegründet. Der in Afrika produzierte Solarstrom soll so nach Europa transportiert werden. Eric Besson, Frankreichs Energieminister: "Der Kampf um ein nachhaltiges Wachstum entscheidet sich vor allem über neue Netze. Wir brauchen Energie-Autobahnen, um die EU mit Quellen erneuerbarer Energien zu verbinden."
Strom aus Afrika für Europa
Desertec soll durch Medgrid, das ehemals Transgreen hieß, im südlichen und östlichen Mittelmeerbecken ergänzt werden. Das Projekt entstand im Rahmen der Mittelmeerunion, die nicht ganz unumstritten, vor zwei Jahren gegründet wurde. Frankreich hatte sich damals sehr dafür eingesetzt. Man will in den nächsten zehn jahren Kraftwerke – hauptsächlich Solaranlagen – mit einer Gesamtleistung von 20 Megawatt bauen. Rund ein Viertel des erzeugten Stroms soll dann über Hochspannungsleitungen durch das Mittelmeer nach Europa transportiert werden.
Zu den Gründern von Medgrid gehören etwa die französischen Konzerne Alstom, Areva, EDF und Nexans, die marokkanische Elektrizitätsbehörde, das spanische Unternehmen Red Electrica und der Siemens-Konzern. Medgrid stünde aber auch allen anderen Mittelmeer-Anrainern offen, betonte Präsident André Merlin.
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