Weiterhin billiger Strom?
Nachricht vom 21.3.2011Trotz der Katastrophe in Japan ist die Tochter der Salzburg AG „MyElectric“ führend beim Verkauf von Atomstrom in Österreich. Der Umweltdachverband sprach am Sonntag Kritik darüber aus. Doch der Geschäftsführer Oskar Henglüller will seinen Kunden weiterhin niedrige Strompreise bieten.
Atomausstieg nicht möglich
„Wir wollen in diesem Zusammenhang nichts beschönigen“, will sich Henglmüller rechtfertigen, doch seine Kunden würden niedrige Preise erwarten. „Bisher war es immer so, dass sich die Kunden eine Ersparnis erwarten und das kann ich nur so bewerkstelligen, indem ich günstig einkaufe. Das passiert über die Börse und da ist die Nachvollziehbarkeit eben schwierig“, rechtfertigte sich Genglmüller. Genau das ist nach dem Salzburger Atomexperte und Physiker Friedrich Steinhäusler auch der Grund, warum ein schneller Atomausstieg in Europa nicht in absehbarer Zeit passieren kann. Die Kunden würden gegen die hohen Preise protestieren.SPD optimistisch
Obwohl die Partei sich auch der Anliegen der Bürger bewusst sein sollte, hält die SPD den Ausstieg bis 2017 für möglich. Und damit ist sie nicht allein, auch die Grünen stehen hier voll dahinter. Dafür sollen die Laufzeitverlängerungen rasch außer Kraft gesetzt werden. Es wird davon ausgegangen, dass die Akzeptanz für erneuerbare Energien in der Bevölkerung wesentlich steigt, nachdem es in Japan zur Katastrophe gekommen ist. „Wasch mit den Pelz, aber mach mich nicht nass, geht jetzt nicht mehr“, sagt der SPD-Energieexperte Thomas Knapp. Nur werden sich die Bürger sicherlich auch dafür interessieren, ob sie trotzdem auch weiterhin billiger Strom erreichen kann. Das wird allerdings nicht der Fall sein können. Und dann wird die Akzeptanz wahrscheinlich ganz schnell wieder sinken.
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