Diskussionen über Atomausstieg entbrannt
Nachricht vom 11.4.2011Die Diskussionen über den künftig angestrebten Atomausstieg sind angeheizt. Experten prüfen, ob die Versorgung mit Strom in Deutschland gewährleistet werden kann. Im EU-Parlament konnten sich die Mitglieder nicht zur Atomsicherheit einigen. Bundeskanzlerin Merkel betont, dass die Atomkatastrophe in Japan zu Einstellungsänderungen geführt habe.
Versorgung mit Strom nach Atom-Ausstieg gesichert?
Nach dem Abschalten der Atomkraftwerke müssen Verbraucher keine Stromknappheit befürchten, so äußerten sich Experten zu dem Thema. Unbegründet sei außerdem die Angst davor, dass Deutschland Strom importieren müsste, um den Bedarf zu decken. Björn Klusmann, Geschäftsführer des Bundesverbandes für Erneuerbare Energien, erklärte, dass Deutschland nicht unbedingt Strom vom Ausland beziehen muss, wenn alle Atommeiler in Deutschland abgeschaltet sind. Stromausfälle wären aufgrund der enormen Leistungsreserven nicht zu befürchten. Allein Solarstrom und Windanlagen können Bedarf nicht decken, aber die Gesamtheit der Erneuerbaren Energien wäre bis 2020 in der Lage, Deutschland mit elektrischer Energie zu versorgen.
Diskussion über Atomsicherheit
Zum Thema „Sicherheitsstandards der Atommeiler“ gab es erneut keine Einigung bei Verhandlungen am Mittwoch. Im EU-Parlament gingen die Meinungen über mögliche Konsequenzen nach dem Vorfall in Japan auseinander. Die bisherigen nationalen Zuständigkeiten für die Sicherheit der Atomkraftwerke sollen auf EU-Basis verlegt werden, dazu gab es aber keine Einigung. Die Stresstests für AKWs bleiben unverbindlich.
CDU will Atomausstieg erreichen
Bundeskanzlerin Angela Merkel verfolgt weiterhin das Ziel des Atomausstieges für Deutschland. Bis Mitte Juni werden die alten Atommeiler vom Netz bleiben. Die Ethik-Kommission soll ein Konzept erstellen, wie es danach weitergeht, dafür braucht es einen gesellschaftlichen Konsens. Im Mai will die SPD ihr Energiekonzept vorlegen, dabei steht die Bezahlbarkeit der Strompreise im Vordergrund.
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