Entwicklung der Strompreise wird beobachtet
Nachricht vom 26.4.2011Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes liegen vor. Die Preise für Strom stiegen im März um 0,6 Prozent im Vergleich zum Februar. Atomgegner versammelten sich bei der Hauptversammlung des Energiekonzerns RWE und demonstrierten gegen den Atomkurs des Energieriesen. Die Ethikkommission, die von der Bundesregierung beauftragt wurde, sprach sich für den Verzicht auf Kernenergie aus, die Preise für Strom sollen aber nicht explodieren.
Strompreise um 7,2 Prozent höher als im letzten Jahr
Das Statistische Bundesamt teilte mit, dass private Haushalte im März 2011 der Strom um 7,2 Prozent teurer war als im März 2010. Haushalte mussten 0,6 Prozent mehr für Strom zahlen als im Februar. Alle Abnehmergruppen insgesamt betrachtet, steigen die Strompreise um 5,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat und um 0,2 Prozent gegenüber Februar. Im März 2011 lagen die Verbrauchsgüterpreise um 3,6 Prozent höher als im Vorjahresmonat und um 0,3 Prozent höher als im Februar.
Proteste bei RWE-Hauptversammlung
Für große Aufregung sorgte in der vergangenen Woche die Hauptversammlung des Energieriesen RWE. Trotz lautstarken Protesten verteidigte RWE-Chef Jürgen Großmann den Atomkurs des Energieunternehmens. Das Atommoratorium, das von der Bundesregierung beschlossen wurde, bezeichnete Großmann als voreilig und warnte vor steigenden Strompreisen. Der RWE-Chef erklärte, dass ein Rückgang der Betriebsergebnisse um etwa 20 Prozent für 2011 zu erwarten ist und das nachhaltige Nettoergebnis voraussichtlich um etwa 30 Prozent sinken wird. Während im Jahr 2010 das Betriebsergebnis bei 7,7 Milliarden Euro lag, ist im Jahr 2013 ein Ergebnis von 5,7 Milliarden Euro zu erwarten.
Ethik-Kommission setzt sich für vertretbare Strompreise ein
Die Ethik-Kommission befürwortet den erheblichen Umbau der Stromversorgung in Deutschland. Der frühere Umweltminister und Kommissions-Vorsitzender Klaus Töpfer erklärte in einer Klausurtagung des Gremiums, es könne von einer Art neuen Revolution geredet werden. Töpfer sprach von der Notwendigkeit, auf deutsche Atomenergie zu verzichten, dabei soll die Bevölkerung aber nicht mit extremen Preisen für Strom überlastet werden. Arbeitsplätze sollen nicht gefährdet werden und der Klimaschutz soll gewährleistet sein.

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